Zwei Erfolgreiche Promotionen am RSM
30.03.2026 von Leoni Klingelhöfer
Das RSM gratuliert Adrian Breicher und Konrad Koschnick herzlich zur erfolgreichen Promotion am 23.03.2026. Beide sind Teil der Kooperation des RSM an der TU Darmstadt mit dem ODEE an der Hochschule Darmstadt.
Adrian Breicher beschäftigte sich in seiner Promotion mit dem Thema „Investigation of the transport-chemistry interaction in premixed methane/hydrogen flames“. In seiner Arbeit untersuchte er das Zusammenspiel von Strömung und Chemie in methan- und wasserstoffbasierten Flammen, wie sie beispielsweise in Gasturbinen vorkommen. Ziel war es, die Stabilisierung von Flammen zu verbessern und das Verbrennungsverhalten unter realistischen Bedingungen besser vorhersagen zu können.
Hierzu wurden turbulente Methan- und Wasserstoffflammen nahe technischer Betriebsgrenzen sowie laminare Flammen untersucht, um thermodiffusive Effekte und die Struktur der Flammenfront besser zu verstehen. Mithilfe laserbasierter Diagnostikverfahren wie PIV sowie OH- und SO₂-PLIF konnten Geschwindigkeitsfelder und Reaktionszonen detailliert erfasst und neue experimentelle Datensätze für laminare und turbulente Verbrennung erzeugt werden. Die Ergebnisse zeigen, wie Rezirkulation, Turbulenz und lokale Flammenkrümmung die Stabilisierung und Reaktionsraten in CH₄- und H₂-Flammen beeinflussen. Durch das verbesserte Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Transportprozessen und Chemie leistet die Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung sauberer, wasserstofffähiger Verbrennungssysteme und unterstützt den Übergang zu emissionsärmeren Energietechnologien.
In seiner Dissertation mit dem Titel „Spectroscopy for Thermochemical Gas-Phase Analysis in Heterogeneous Catalysis“ untersuchte Konrad Koschnick, wie Raman-Spektroskopie genutzt werden kann, um katalytische Reaktionen besser zu verstehen, die für nachhaltigere chemische Prozesse von großer Bedeutung sind. Der Fokus lag auf der Messung von Gaszusammensetzung und Temperatur direkt oberhalb von Katalysatoroberflächen, ohne die Reaktion selbst zu beeinflussen.
Zu diesem Zweck wurde eine neuartige, Raman-basierte Messplattform entwickelt, die moderne spektroskopische Methoden mit Reaktortechnologie und Datenanalyse kombiniert. Dadurch konnten Änderungen in Gaszusammensetzung und Temperatur während einer Reaktion mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung sichtbar gemacht werden. Die Ergebnisse lieferten wichtige Erkenntnisse darüber, wo unerwünschte Nebenprodukte entstehen und wie Transportprozesse die katalytische Leistung beeinflussen. Insgesamt stellt die Dissertation neue Werkzeuge zur Untersuchung und Optimierung katalytischer Prozesse bereit und trägt zur Weiterentwicklung einer nachhaltigeren chemischen Industrie bei.
Das RSM gratuliert beiden Absolventen nochmals herzlich zu diesem bedeutenden Meilenstein und wünscht ihnen für ihren weiteren beruflichen und wissenschaftlichen Weg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.